Vereinsgeschichte des GTEV Steinhöring "Die lustigen Ebrachtaler"
In der Ortschaft Steinhöring,
Chronik des GTEV Steinhöring "Die lustigen Ebrachtaler"
|
1. Vorstand: |
Joseph Angermayer, Ebersberg |
|
2. Vorstand: |
Josef Wurmannstetter, Sensau |
|
1. Vorplattler: |
Nikolaus Kastenmüller, Ölmuhle |
|
1. Schriftführer: |
Joseph Niedermeier, Buch |
|
2. Schriftführer: |
Bartholomäus Brandl, Sensau |
|
1. Kassier: |
Paul Niedermeier, Buch |
|
2. Kassier: |
Balth. Wurmannstetter, Sensau |
|
1. Revisor: |
Gallus Bauer, Oberseifsieden |
|
2. Revisor: |
Kaspar, Ebersberg |
|
Vereinsmusiker: |
Wilhelm Zeller, Sensau |

Im August 1922 wurde die Anschaffung einer Fahne besprochen. Die Plattlerproben fanden alle14 Tage am Sonntag um 15.00 Uhr statt. Der Beitrag wurde von bisher einer Mark auf drei Mark angehoben und der Vereinsmusiker erhielt als Spielerlohn pro Stunde eine Maß Bier.
Im Jahre 1923 wurde die erste Fahnenweihe unter Vorstand Josef Wurmannstetter abgehalten. Josef Blieninger, Gastwirt aus Ruhensdorf, stiftete 1923 dem Verein die neue Fahne. Fahnenmutter war damals Frau Anna Moritz aus Hintsberg. Fahnenbraut Maria Maier aus Tulling. Die beiden Fahnenjunker waren Josef Deinhofer und Bermann. Als Pate stand der Trachtenverein "Stoahaus'n Kurz" München bei.
1930 wurde bei Johann Blieninger in Ruhensdorf ein Maibaum aufgestellt als Dank für die gestiftete Fahne und die andauernde Unterstützung des Vereins.

Maibaum beim Blieninger in Ruhensdorf
Im November 1935 entschloss man sich, eine Dirndltracht zu kaufen. Die letzte Vereinsaktivität vor der Auflösung des Trachtenvereins war am 12.07.1936 das Inngaufest in Degerndorf. Danach mußte sich der GTEV Steinhöring "Die lustigen Ebrachtaler" infolge der vielen Zahlungen und die von der NSDAP ins Leben gerufenen Gliederungen, auflösen.
|
1. Vorstand: |
Josef Wurmannstetter, Sensau |
|
1. Vorplattler: |
Otto Ebner, Steinhöring |
|
Kassier: |
Josef Bauer, Kraiß |
|
Schriftführer: |
Gallus Bauer, Oberseifsieden |
|
Ausschußmitglieder: |
Franz Abinger, Berg und Seraphin Barthuber, Tulling |
|
Dirndlvertreterin: |
Henriette Ebner, Steinhöring |
Am 1. Mai1947 führten die aktiven Mitglieder des Vereins den Bandltanz und den Reifentanz, bei der großen Bauernkundgebung in der Sieghartsburg in Ebersberg mit Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Dr. Josef Baumgartner, auf.

Teil der Aktiven bei Wiederbeginn 1947
Daraufhin führte Gallus Bauer bis zu seinem Tod, am 11.September 1964 den Verein.
Für ein Jahr war Karl Volkmann und ab 1965 Konrad Baumann 1. Vorstand, unter dessen Leitung und der Mithilfe von allen Trachtlerinnen und Trachtlern, feierte man am 17./18. Juni 1967 das 45-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe. Pfarrer Stephan Pichler weihte die neue Fahne, Fahnenmutter war Maria Kelder, Fahnenbraut Zenzi Wurmannstetter und Schirmherr Baron Otto Freiherr von Feury. Als Patenverein stand wieder der Verein "Stoahaus'n Kurz" aus München zur Seite.

Vereinsfahne 196

Mitglieder bei der Fahnenweihe 1967
Nach 19-jähriger Pause hatten sich die Trachtler entschlossen, am 1. 5. 1968 wieder einen Maibaum aufzustellen. Der stattliche, 33Meter lange Baum fand neben dem Vereinslokal "Gasthof zur Post" seinen Platz.
Am 31. Oktober 1969 nahm Fritz Fleidl, Niederaltmannsberg, die Arbeit als 1. Vorstand auf. Im selben Jahr gründeten Martin Daberger und Käthe Barthuber in Tulling eine Jugendgruppe.
Sein 50-jähriges Gründungsfest feierte der Verein am 17./18. Juni 1972. Es wurde ein Heimatabend veranstaltet, bei dem zum ersten Mal die neu gegründete Jugendgruppe ihr Bestes gab. Am Sonntag war um 10 Uhr Feldgottesdient, um 14 Uhr marschierte man zum Festzug los. 29 Vereine und vier Musikkapellen beteiligten sich daran.
Am 11.08.1976 starb unser Ehrenvorstand Josef Wurmannstetter aus Sensau. Er war bis zu seinem Tode im Verein aktiv.
Im Oktober 1977 wurde zum ersten Mal das Kreissingen und -musizieren der Trachtenvereine im Landkreis Ebersberg in Steinhöring durchgeführt.
Folgende Musikgruppen gingen bzw. gehen aus dem Verein hervor: Geschwister Stadler, Zaißing; Steinhöringer Saitenmusi Fleidl/Treml, Schmied-Musi aus Sensau und nicht zuletzt das jetzige Ziach-Duo Hartl Veicht/Hansi Lohmeier und die Stoanaringer Saitenmusi.

Stoanaringer Saitenmusi

Ziach-Duo Hartl Veicht und Hansi Lohmeier
Im Jahre 1982 wurde der Saal im Gasthof zur Post in Steinhöring (Vereinslokal) wegen Baufälligkeit geschlossen. In der Bahnhofsgaststätte beim "Ramsl Hans" fand man schließlich wieder eine neue gemütliche Herberge.
Am1. Mai1983fand der Maibaum einen neuen Standplatz neben dem Vereinslokal.
In München nahm der Verein am Jahrhundertfest der Trachtenverbände am 3.Juli 1983 teil.

1. Vorstand Fritz Fleidl im Kreise einiger aktiver Dirndl beim Jahrhundertfest in München 1983
Im Oktober 1989 legte 1. Vorstand Fritz Fleidl sein Amt nach 20 Jahren nieder. Sein Amt übernahm der bisherige 2. Vorstand Hartl Veicht.
Im September 1990 gab sich der Verein eine neue Satzung und wurde als gemeinnützig eingetragen.
Zum 70-jährigen Gründungsfest lud dann der Verein am 8. und 9. Juni 1991 ein. Am Samstagabend wurde ein großer Heimatabend abgehalten.
Zu dem am Sonntag um 14.00 Uhr angesagten Festzug erschienen 2.624 Trachtlerinnen und Trachtler, aufgeteilt in fünf Züge.
Um 10.00 Uhr vormittags wurde der Feldgottesdienst im Garten des Betreuungszentrums abgehalten.
1991 gehörten 104 Mitglieder und 42 Kinder dem Trachtenverein an.
Vorstandschaft 1991
|
1. Vorstand: |
Leonhard Veicht |
|
2. Vorstand: |
Franz Treml |
|
1. Kassier: |
Irmgard Lechner |
|
2. Kassier: |
Rupert Treml |
|
1. Schriftführer: |
Maria Kulp |
|
2. Schriftführer: |
Elisabeth Treml |
|
1. Vorplattler: |
Franz Volkmann |
|
2. Vorplattler: |
Martin Maier |
|
1. Jugendleiter: |
Hedwig Fleidl |
|
2. Jugendleiter: |
Katharina Obermaier |




Die Höhepunkte und größeren Ereignisse der zurückliegenden 70 Jahre wurden in der Chronik aufgezeigt. Was aber nicht erscheint, sind die vielen Festbesuche im Inngauverband, auf Landkreisebene und in der Gemeinde. Die Wallfahrt nach Schwarzlack, das alljährige Gartenfest, die Teilnahme beim Preisplattl'n und -drahn, Hochzeiten, Geburtstage und zu guter Letzt die Fahrt ins Blaue. Für die weiteren Jahre ist dem Verein zu wünschen, daß sich immer wieder Buam und Dirndl im Trachtenverein zusammenfinden, um die alten Sitten und Gebräuche und die Liebe zum Heimatland mit großer Freude zu achten und zu pflegen.
Als Abschluss unserer Chronik möchten wir auch ein paar erklärende Worte zu unserer Miesbacher Tracht abgeben. Unser "Blauzeig", aus dem der Rock und das blaue Laibe hergestellt ird, ist ein Halbwollstoff, ebenso das schwarze Oberteil bei den Kindern bzw. bei den Frauen das schwarze Mieder, das mit einer Erbskette geschnürt wird. Darauf getragen wird das "WeißZeig" mit Spitzeneinsätzen. Bei den Kindern ist es halt ein Dirndlgwand, bei den Frauen die Volltracht. Grundsätzlich gibt es bei uns im Verein keinen Unterschied zwischen Verheirateten- und Ledigen-Gwand, außer daß die Ledigen ihr Schürzei links binden und die Verheirateten rechts. Bei unseren Männern und Buam gibts halt die "Kurze" und a' schwarze lange Hosn. Eine besondere Form hat der Hut unserer Männer. Dies ist ein "Scheiberling" der halbmondförmig eingedrückt ist.
